Wissenswertes

Bier von A bis Z

 

Alkoholfrei

Obergäriges und untergäriges Bier, dem entweder in aufwendigem Verfahren der Alkohol entzogen oder bei dessen Gärprozeß die Alkoholbildung gestoppt wird. Der Anteil alkoholfreien Bieres am Gesamtkonsum liegt derzeit bei etwa fünf Prozent.

Alt

Obergäriges Bier von kupferner bis tiefbrauner Farbe aus dunklem Malz und viel Hopfen. Als sich Mitte des vorigen Jahrhunderts das untergärige Brauverfahren mehr und mehr durchsetzte, hielt man in Düsseldorf und am Niederrhein am "alten" Verfahren fest.

Bock

Angeblich vom Namen Einbeck abgeleiteter Begriff. Das Bier aus der niedersächsischen Stadt Einbeck wurde zu Hansezeiten nach ganz Europa exportiert. Für die langen Transportwege wurde es haltbar gemacht, d.h. stärker eingebraut. Bockbier hat heute mindestens 5,5 Volumenprozent Alkohol.

Braunbier

Mit dunklem Malz gebraute Bayreuther Spezialität. Sie wurde von der Brauerei Schinner wiederentdeckt.

Dampfbier

Obergärige Spezialität, die bei höheren Temperaturen vergoren wird. Im Lagertank entsteht Druck, der dampfartig entweicht. Das alte Rezept wurde von der Brauerei Gebrüder Maisel in Bayreuth wiederentdeckt.

Doppelbock

Noch stärker als Bockbier eingebraut. Zuerst von Franziskaner-Mönchen in Bayern hergestellt. Sie nannten ihr Bier "Salvator". Daraus resultiert die heutige Gewohnheit, Starkbieren Namen zu geben, die auf "-ator" enden.

Dunkel

Unter- und obergärige Biere, zu deren Herstellung dunkles Malz verwendet wird. Früher in Brauereien gebräuchlich, denen für ihr Bier eher hartes Wasser zur Verfügung stand. Heute werden viele Biere auch in der dunklen Variante angeboten.

Eisbock

Starkbier, dem in einem speziellen Gefrierverfahren Wasser entzogen wird. Kulmbacher Spezialität, deren Herstellung durch Zufall entdeckt wurde: In einer kalten Winternacht gefror der Inhalt eines Fasses, das auf dem Brauereihof gelagert wurde.

Export

Untergäriges Bier, das nicht so stark gehopft wird wie Pilsener, also weniger bitter schmeckt.

Gose

Ehemalige Leipziger Spezialtät. Obergäriges Bier, der Berliner Weiße nicht unähnlich, dessen Rezept in den Sechziger Jahren als verschollen galt. Seit 1991 wird wieder Gose gebraut: von der Weißbierbrauerei Weißenburg für die Leipziger "Gosenschenke Ohne Bedenken".

Hell

In der Regel untergärige Biere, die mit hellem Malz gebraut werden, also eine helle Farbe haben.

Ice Beer

Eins der Trendgetränke, mit denen der Bierabsatz angekurbelt werden soll. Untergäriger Biersud wird kurz gefroren, so daß sich Eiskristalle bilden. An diese lagern sich Bitterstoffe an. Das bittere Eis wird weggefiltert, das Ergebnis ist ein mildes, erfrischendes Bier ohne Malzüberhang.

Kellerbier

Kräftiges Bier ohne oder mit wenig Kohlensäure. Der Name stammt aus der Zeit vor Erfindung der Kühlmaschine. Das Bier für die warme Jahreszeit mußte in kühlen Kellern gelagert werden.

Kölsch

Obergäriges, helles Bier, das nur in Köln hergestellt werden darf. Es ist relativ kohlensäurearm und bildet nur schwachen Schaum. Mit dem Düsseldorfer Alt verwandt, aber das hört man in Köln nicht gern.

Kräusen

Wiederbelebte Spezialität der Bremer Brauerei Haake-Beck – ein Pilsner, dessen Hefepartikel nach der Gärung nicht herausfiltriert werden. Kenner schätzen das reiche Aroma.

Kristall

Werden die Hefepartikel des Weizenbieres nach der Herstellung herausgefiltert, ist es kristall-klar. Verbleiben die Partikel im Bier, wird es hefetrüb. Heute bieten viele Weizenbierbrauer ihr Produkt in beiden Versionen an.

Märzen

Vor Erfindung der modernen Kühltechnik ging die Brausaison im März zu Ende. Das März-Bier wurde stärker eingebraut, um es haltbar zu machen und den Sommer über in kühlen Kellern lagern zu können.

Naturtrüb

Bier, dessen Hefepartikel nicht herausfiltriert werden, weshalb es trüb, wie die Natur es schuf, ausschaut.

Obergärig

Die alkoholische Gärung des Bieres wird durch Hefekulturen ausgelöst. Beim obergärigen Prozeß sammelt sich die Hefe an der Oberfläche und wird dann abgeschöpft.

Pilsener

Trat seinen Siegeszug Mitte des vergangenen Jahrhunderts an. Die untergärige Braumethode der böhmischen Brauer wurde mit Ausnahme Bayerns und des Niederrheins fast überall in Deutschland übernommen, nachdem die für den kalten Gärprozeß notwendige Kältetechnik verfügbar war. Heute sind zwei Drittel aller konsumierten Biere nach Pilsener Art hergestellt. Marktführer ist derzeit die sauerländische Warsteiner Brauerei mit einem jährlichen Ausstoß von rund 5,4 Millionen Hektolitern 1997, gefolgt von den ewigen Konkurrenten Krombacher (4,5 Millionen) und Bitburger (4,1 Millionen).

Premium

In den siebziger Jahren zuerst von der Essener Brauerei Stauder eingeführter Begriff, um das eigene Bier von der Konkurrenz abzusetzen. Bald danach von weiteren Brauern übernommen, Leo König, damals Chef der König-Brauerei in Duisburg, definierte den Begriff so: "Eine Synthese aus Spitzenqualität, Durchsetzung am Markt im entsprechenden Preisniveau, Beliebtheit beim Konsumenten und markenartikelgemäßem Auftreten mit entsprechender Akzeptanz bundesweit". Heute hat der Begriff "Premium" in alle Bierklassen und viele andere Produktbereiche Einzug gehalten und sagt nicht mehr viel aus.

Rauchbier

Die Gerste für dieses dunkle Bier wird über einem offenen Holzfeuer zu Malz gedarrt. Daher sein Geschmack, der an schottischen Maltwhisky erinnert. Rauchbier ist heute eine Spezialität einiger Bamberger Brauereien.

Reinheitsgebot

Das erste Gebot deutscher Brauer, verkündet 1516 vom bayerischen Herzog Wilhelm IV.: Du sollst für die Herstellung des Bieres keine anderen Zutaten nehmen als Wasser, Malz und Hopfen. Es gilt als das erste Verbraucherschutzgesetz der Welt.

Stammwürze

Extrakt der unvergorenen Würze in der Sudpfanne. Im Gärprozeß wird etwa ein Drittel in Alkohol und ein weiteres in Kohlensäure umgewandelt, die aber im weiteren Gärprozeß reduziert wird. Das restliche Drittel bleibt als unvergorener Extrakt im Bier.

Unfiltriert

Bier, dessen Hefepartikel nach Ende des Brauprozesses nicht herausgefiltert wurden. Es sieht daher milchig trüb aus. Kenner schwören auf die Aromenvielfalt des unfiltrierten Bieres im Unterschied zum gefilterten, kristallklaren – wie häufig beim Bier eine Frage des Geschmacks und der Ästhetik.

Untergärig

Die untergärige Braumethode konnte auf breiter Ebene erst nach Erfindung der modernen Kältetechnik 1877 angewendet werden. Sie erfolgt bei etwa vier bis neuen Grad Celsius. Untergärige Hefe setzt sich nach Ende des Gärprozesses am Boden ab.

Weißbier, Weizenbier

Obergäriges Bier aus einer Mischung von Gersten- und Weizenmalz. Da die Gärung früher mit Hefe und Milchsäure in Gang gesetzt wurde, konnte es zu einem unangenehmen Beigeschmack kommen, der mit einem Spritzer Zitrone neutralisiert wurde. Der Gesetzgeber schreibt als Mindestanteil 50 Prozent Weizenmalz vor. Durch seinen hohen Kohlensäuregehalt wirkt es erfrischend, was es außerhalb seines bayerischen Kerngebietes zu einem sommerlichen Trendgetränk machte. Da der Alkoholgehalt entgegen landläufiger Meinung ein wenig höher ist als der des Pilseners, löschen Kenner ihren Durst zwar zuerst mit Weißbier, dann aber gehen sie zum Pils mit etwas weniger Volumenprozenten über.

Weiße, Berliner

Obergäriges Bier aus Gersten- und Weizenmalz. Die zweite Gärung erfolgt mit Milchsäure. Daraus resultiert in alter Zeit manchmal ein unangenehmer Beigeschmack, der mit einem Schuß Waldmeister- oder Himbeersirup übertönt wurde.

Zwickel

Der Zwickelhahn ist eine Zapfvorrichtung im Lagertank zur Probenahme des reifenden Bieres. Die Benutzung ist nur den Brauern vorbehalten. (Das Bier ist hier noch nicht versteuert). Hier kann man ein frisches, unfiltriertes Bier direkt aus dem Tank zapfen. Das "Zwickeln" gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen aller Bierbrauer. Der Zwickelhahn ist in ca. 1/3 der Tankhöhe angebracht. Wenn am Zwickelhahn kein Bier mehr zu entnehmen ist, dann war es ein wirklich guter Sud!

 

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